Hebel und Margin: Einfach erklärt mit Zahlenbeispielen
Der Hebel ermöglicht es Ihnen, Positionen zu eröffnen, die Ihr Kontoguthaben übersteigen; die Margin ist die dafür hinterlegte Sicherheitsleistung. Ein Hebel von 1:30 bedeutet: 1.000 $ bewegen 30.000 $ – Gewinne wie Verluste vervielfachen sich um das 30-Fache.
Der Hebel (Leverage) ist ein Werkzeug, das das Volumen Ihrer Position im Verhältnis zu Ihrem Kontostand vervielfacht. Er macht den Reiz von Forex und CFDs aus, ist zugleich jedoch der Hauptgrund für Verluste bei den meisten Kleinanlegerkonten.
Was ist der Unterschied zwischen Hebel und Margin?
- Hebel: Das Verhältnis zwischen dem Positionsvolumen und dem erforderlichen Eigenkapital, z. B. 1:30.
- Margin: Der Betrag, den der Broker als Sicherheitsleistung von Ihrem Guthaben blockiert, um die Position zu eröffnen.
Die Formel lautet: Margin = Positionswert ÷ Hebel.
Beispiel anhand von Zahlen
Ein Standard-Lot im EUR/USD entspricht 100.000 EUR. Bei einem Wechselkurs von 1,10 beträgt der Positionsgesamtwert 110.000 USD.
- Mit einem Hebel von 1:30 beträgt die erforderliche Margin: 110.000 ÷ 30 = 3.666,67 USD.
- Mit einem Hebel von 1:100 beträgt die erforderliche Margin: 1.100 USD.
Der Pip-Wert für ein Standard-Lot im EUR/USD liegt bei 10 USD. Eine Marktbewegung von 50 Pips gegen Sie führt somit zu einem Verlust von 500 USD – völlig unabhängig vom Hebel. Der Hebel verändert nicht den Pip-Wert, er verleitet Sie jedoch dazu, größere Positionen zu eröffnen, als Sie verkraften können. Berechnen Sie dies selbst mit unserem Margin-Rechner und dem Pip-Rechner.
Was bedeuten Margin-Level und Margin Call?
Margin-Level = (Eigenkapital inkl. schwebender Gewinne/Verluste ÷ genutzte Margin) × 100. Fällt dieses Level unter einen bestimmten Schwellenwert, warnt Sie der Broker (Margin Call). Sinkt es weiter, werden Ihre Positionen automatisch liquidiert (Stop-Out). In Europa, Großbritannien und Australien werden Positionen von Kleinanlegern bei Erreichen eines Margin-Levels von 50 % automatisch geschlossen. Testen Sie unseren Margin-Level-Rechner.
Welche Hebelgrenzen gelten für Kleinanleger?
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) führte 2018 Obergrenzen ein, die von den EU-Behörden sowie der britischen FCA umgesetzt wurden; die australische ASIC folgte 2021 mit ähnlichen Vorgaben:
- 1:30 für Hauptwährungspaare (Majors).
- 1:20 für Nebenwährungspaare (Minors), Gold und wichtige Indizes.
- 1:10 für sonstige Rohstoffe und Nebenindizes.
- 1:5 für Einzelaktien.
- 1:2 für Kryptowährungen.
Offshore-Broker bieten oft Hebel von 1:500 oder höher an. Das bedeutet jedoch, dass bereits eine minimale Gegenbewegung ausreicht, um das gesamte Konto auszulöschen.
Wie nutzen Sie den Hebel sicher?
- Bestimmen Sie Ihre Positionsgröße anhand des Risikos und nicht anhand des maximalen Hebels; nutzen Sie dafür den Positionsgrößen-Rechner.
- Riskieren Sie pro Trade nie mehr als 1 % bis 2 % Ihres Kapitals.
- Setzen Sie immer eine Stop-Loss-Order.
- Wählen Sie einen Broker mit negativem Saldoschutz, damit Sie nicht mehr verlieren können, als Sie eingezahlt haben.
Häufige Fragen
Was bedeutet ein Hebel von 1:100?
Das bedeutet, dass jeder Euro (oder Dollar) an Sicherheitsleistung ein Positionsvolumen von 100 Euro bewegt. Für eine Position im Wert von 100.000 Euro ist somit eine Margin von 1.000 Euro erforderlich.
Ist ein höherer Hebel immer besser?
Nein. Ein höherer Hebel erlaubt zwar größere Positionen bezogen auf das Guthaben, erhöht aber auch das Verlustrisiko drastisch. Entscheidend sind Positionsgröße und Risikomanagement, nicht der maximale Hebel.
Wie wird die erforderliche Margin berechnet?
Die erforderliche Margin berechnet sich aus dem Positionsgesamtwert geteilt durch den Hebel. Bei einem EUR/USD-Lot im Wert von 110.000 USD und einem Hebel von 1:30 beträgt die Margin beispielsweise 3.666,67 USD.